„Diesen Auftrag“, dachte ich vor etwa eineinhalb Wochen, „ erfülle ich mit Vergnügen.“ Aber denkste. Fluchend öffnete ich am Karfreitag Morgen den Rolladen. Schnee!! Und zudem noch sehr viel davon... Also gut, gehen wir halt in den Schnee. Gut bestückt mit Hut, Winterjacke, Schal und vermeintlich dichten Schuhen wagte ich mich also raus in das kalte Weiss.
Kurzerhand spazierte ich Richtung Berg los. Anfangs gefielen mir Wind und Flockentanz überhaupt nicht. Aber das ist anscheinend Gewöhnungssache. Bald fühlte ich mich wohler und konnte auch die Aussicht geniessen. Doch was war das? Sargans – kein Schnee. Wangs – kein Schnee. Heiligkreuz – auch kein Schnee. Triesen, Balzers und sogar ein Teil von Mels – gänzlich ohne Schnee. Und ich stehe hier mitten in Schneegestöber! Schade, dass ich keine Fotokamera dabei hatte. Tatsächlich schneite es am Karfreitag nur an unserem Berghang. Der Schnee bildete einen weissen Halbkreis um den „Bergfuss“. Solch ein Phänomen habe ich in allen 20 Jahren, in denen ich in dieser Gegen herumstolpere, noch nie gesehen. Hier zeigt sich, dass die Natur immer für Überraschungen gut ist, nie haben wir alles entdeckt oder alles gesehen. Die Natur ist unberechenbar. Manchmal scheint mir sogar, dass sie mit uns Menschen ihre Spässe treibt. Das dachte ich zum Beispiel, als heute Morgen Schnee lag, ausgrechnet wenn ich mich in die Natur setzen wollte... oder als ich sah, dass es nur in unserer Gegend schneite, ausgerechnet da, wo ich spazierte. Und ich mag keinen Schnee.
Wir sind zwar ein Teil der Natur, wollen es aber allem Anschein nach nicht wahrhaben. Wir werden die Natur nie im Griff haben (ich verstehe auch nicht, warum wir das wollen), sondern viel mehr sie uns. Leider aber schaden wir der Natur immer mehr, vielleicht gerade, weil sie so unberechenbar ist? Jedenfalls stelle ich immer wieder von Neuem fest, dass ich mich in der Natur sehr wohl fühle. Leider gab es auch auf diesem Spaziergang störende „Menschengeräusche“, z.B. das Rauschen der Autobahn, den Krach von vorbeifahrenden Offroader (welche garantieren, dass man auf der schmalen Strasse bestimmt nicht mehr kreuzen kann und dass Fussgänger eine Matschdusche abbekommen), das Knattern einer Motorsäge usw.
(Übrigens: Weder Schuhe noch Jacke waren dicht. Die Schuhe habe ich schnurstracks weggeworfen. Schliesslich möchte ich das Abkühlen der Füsse im Wasser nach kneippscher Theorie ausschliesslich bewusst und im Sommer erleben!)
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2 Kommentare:
Du zeigst in deinem Post sehr schön, wie du die Natur wahrnimmst: Du fühlst dich wohl in dieser unberechenbaren, phänomenreichen und für Überraschungen guten Natur. Mir geht es ebenso, nur dass ich den Schnee mag!:) Frisch gefallener Neuschnee, Sonnenschein und ich die erste Person, die sich durch den Schnee kämpft. Traumhaft, dieses Knistern unter den Füssen, meine Spuren im Schnee und dieses Glitzern der Schneeoberfläche. Dann fühle ich mich jeweils in meine Kindheit zurückversetzt, als ich stundenlang durch den Neuschnee rannte und meine Wege schlussendlich begutachtete. Damals hatte ich jeweils das Gefühl, etwas bewirkt zu haben. (Vielleicht war meine Handlung von zerstörerischer Herkunft, aber die Natur, die habe ich damit nicht zerstört. Nur etwas der "Schneeschmelze" geholfen)
Melanie hat mich gerade in meine Kindheit zurück versetzt. Ich habe den Schnee geliebt (und tue das auch heute noch). Im Winter habe ich stets als erstes aus dem Fenster geschaut, um zu kontrollieren, ob es Schnee gegeben hat über Nacht. Die Freude war natürlich gross, wenn das so war! Schnell packte ich meine Schneebekleidung und tollte im Schnee herum. Am liebsten legte ich mich direkt hinein und bewegte meine Arme und Beine um Engel in den Schnee zu zeichnen. War das ein Spass. Wie du schon sagst, sind wir dabei die Natur zu zerstören, ich will mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn wir erst keinen Schnee mehr haben und im Sommer in den T-Shirts unterwegs können.. ganz zu schweigen von den anderen Auswirkungen, welche die Erderwärmung noch hat...
Martina Giger LG05D
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