Eben sitze ich an meinem Morgentee und überlege, was eigentlich alles dahintersteckt, dass ich heute Morgen meinen Teebeutel in der Tasse vorfand, Zucker schon drin. Natürlich habe ich ein nettes Mami, welches mir Zucker und Beutel immer in die Tasse gibt, wenn ich später als sie aufstehen muss. Aber sie ist lange nicht die einzige, welche in meinen Tee verwickelt ist.
Als erstes: Woher kommt der aromatische Lipton-Schwarztee in meinem Teebeutel? Die Geschichte meines Tees beginnt in China. Seit 1890 stellt Lipton Qualitätstee her, welcher hauptsächlich in Asien angebaut wird. Dort hat es viele Leute, welche für meinen Tee gearbeitet haben. Nämlich die, welche den Tee angepflanzt haben, die, welche die Pflanzen tränken, die, welche den Tee sorgfältig pflücken, die, welche den Tee zur Verladung transportieren, die, welche den Tee verpacken und verladen und schliesslich all jene, welche mit dem Transport des Tees in die Schweiz zu tun haben. Dann kommt mein Mami wieder ins Spiel, denn sie geht den Tee einkaufen. Mein Vater hat das Wasser (mit dem Wasserkocher! Strom von Solarmodulen aus Österreich mit Gleichrichter aus Japan) gesiedet. Zuletzt wäre da auch noch Mr. William Sullivan, ein Teehändler aus New York. Der hat nämlich 1908 den Teebeutel erfunden. Nicht schlecht.. (http://www.lipton.ch/)
Weitere Gedanken könnte ich mir zu meinem Biorohrzucker machen, welcher meinen Tee versüsst. Dieser kommt nämlich aus einem grossen Gras, welches hauptsächlich in Brasilien, Kuba, Südafrika, USA und Australien angebaut wird. Da braucht es Leute, welche ihn ernten, ihn transportieren, pressen (wo auch immer), verpacken, verladen und nach Europa transportieren. Armes Mami muss immer viel Zucker schleppen.
Auch die Milch ist schwer nach Hause zu tragen. Diese gehört nämlich fest in meinen Tee. Und bei dieser überlege ich jetzt schon gar nicht mehr, wie die von der Kuh in meine Tasse kommt. Das würde den Rahmen sprengen.
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5 Kommentare:
Ich finde deinen Text sehr witzig. Ich habe mir noch nicht so oft überlegt, wer alles an meinem Tee beteiligt ist. Die Anzahl ist aber erschreckend. Vor allem wissen wir, dass die Arbeitsbedinungen in diesen Ländern nicht gerade gut und die Löhne der Arbeiter sehr tief sind. Wir haben es sehr schön mit Migros, Coop und was es sonst noch gibt. Wir gehen in den Laden, wählen sogar unser Produkt noch aus und haben oft keine Ahnung, von wo das Produkt stammt. Stellen wir uns mal vor wir hätten keine so grosse auswahl und müssten unser Essen selber besorgen und uns selbst versorgen... so wie es Millionen von Leuten auf unserer Welt machen müssen.
Und das beste an dieser Verbindung: Der Multikultitee mit Milch von CH-Kühen, der schmeckt wunderbar. Ich glaube hier braucht es einfach diesen gewissen Mix!:) Aber eigentlich erschreckend, wie viele Leute an einem Tee gearbeitet haben. Allgemein bei allen Verbindungen in meinem Leben ist mir aufgefallen, dass sehr viel mehr dahinter steckt als auf den 1. Blick sichtbar ist. Viele Menschen haben ihre Finger im Spiel. Arbeiten sozusagen hart für meinen Konsum. Für welche Verbindung arbeiten wir?
Dein Beitrag hat mich gerade persönlich angesprochen, da ich zur Zeit etwas erkältet bin und somit unter die fleissigen Teetrinker gegangen bin
Ich finde es immer wieder faszinierend, woher gerade Lebensmittel kommen. Sogar ein einfacher Tee, der ja eigentlich so einfach in seiner Herstellung ist, kommt vom anderen Ende der Welt.
Manchmal frage ich mich, ob dies wirklich immer notwendig ist. Deshalb trinke ich auch oft Tee, den wir selber machen. Wir haben nämlich einen Pfefferminzstrauch im Garten, von welchem wir jeweils die Blätter im Sommer trocknen. Das gibt dann auch leckeren Pfefferminztee: Die Blätter in ein Sieb tun und heisses Wasser darüber giessen und fertig ist der Tee – auch noch aus ganz familiärer Herkunft
Christine Dintheer, LG05G
Hast du dir auch schon überlegt, woher deine Tasse kommt in welchem sich dein Tee befindet? Da könnte man das Netzwerk gleich noch um einige weitere Stationen vergrössern. Die Tasse wurde wohl in einem Laden gekauft. Aber bis sie dahin gelangt ist, hat sie einige weitere Orte passiert: Angefangen beim Lehm, der abgebaut werden musste, wegtransportiert, verarbeitet werden musste. Dann jemand, der eine Tassenmaschine? (falls es das gibt) erfunden hat, Leute die Maschine bauten, warten, bedienen…Die Tasse muss natürlich noch angemalt werden. Hierzu musste jemand ein Design entwickeln, Farbstoffe zusammenmixen, Lösungsmittel dazu erfinden . (man will in der Fabrik die Farbe ja auch wieder mal von den Maschinen spülen gehen),…Jemand der das ganze kontrolliert, Telefonate macht mit Händlern, das Zeugs einpackt, Preis bestimmt, es geht noch viel weiter…
es wird mir zu viel. Brauch ne Tasse, nein lieber ein Glas Tee…
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