Mittwoch, 5. März 2008

Vernetzungen entdecken

Als ich den Auftrag las, kam mir zum Thema Vernetzung gleich ein Fernsehbericht von der Sendung mit der Maus in den Sinn (ich weiss, dass ich zuviel fernsehe). Dort zeigten sie wie ein Fussball entsteht. Okay vielleicht denkt ihr jetzt Ein Fussball ist nicht so wichtig wie etwas zu essen, doch finde ich, dass uns gar nicht richtig bewusst ist, welche Schritte nötig sind um so ein rundes Leder herzustellen. Wir können den Ball im Laden kaufen und dann hört es auch schon auf mit unserem Wissen. Da ich gelegentlich selber in einer Fussballmannschaft mitkicke habe ich mir gedacht, dass ich mich genauer über die Entstehung des Fussballes informiere.

Zuerst wird auf eine Lage Schaumstoff eine Lage längsgestreiftes Gewebe gelegt, und beides wird mit Latexkleber zusammengeklebt. Darüber kommt noch eine Lage längsgestreiftes Gewebe. Dieses Gewebe sieht aus wie Stoff, und auch diese Lage wird aufgeklebt. Danach kommt noch eine weitere Lage Gewebe, diesmal quergestreiftes. Jetzt kleben schon vier Schichten übereinander, die zum Trocknen weggelegt werden. Eine weiße Kunststofffolie wird eingeleimt - natürlich wieder mit Latexkleber. Auch die Folie wird zum Trocknen weggelegt, und zwar in einen Trockenraum. Dort bleiben alle Folien über Nacht. Am nächsten Morgen werden die Kunststofffolie und die vier anderen Schichten zusammengelegt. Sie werden ganz glatt gestrichen, und dann kommt das Ganze in eine Presse. Diese Presse ist warm, dadurch klebt alles noch besser aufeinander. Und durch den Druck der Presse sind die Schichten schließlich untrennbar miteinander verbunden. Jetzt müssen die Kanten sorgfältig abgeschnitten werden. Das ist wichtig für den danach folgenden Arbeitsschritt:Die Folie wird nämlich bedruckt. Dazu müssen die gerade abgeschnittenen Kanten ganz genau angepasst werden. Dann wird die Folie durch eine Maschine gezogen und bedruckt. Nun wird der Arbeitsplatz gewechselt, die Folien kommen zu einer hydraulischen Stanze. Diese Stanze stanzt dann lauter verschiedene Sechsecke aus. Diese Sechsecke nennt man Panels. Manche Panels bekommen in dieser ein Loch. Dadurch wird der Fußball später aufgepumpt. Natürlich braucht jeder Fussball nur ein Panel mit Loch, der Rest des Fussballes besteht aus 19 sechseckigen Panels, 12 fünfeckigen Panels und einem sechseckigen Panel mit Loch. Und dann geht es auf eine weite Reise: nach Had-el-Gharbia. Das liegt in Marokko in Nordafrika. Dort werden die verschiedenen Teile von armen Arbeitern mit einem Garn zusammengenäht. Der Arbeiter benötigt für einen Fussball etwa 1000 Stiche!! Die Panels werden mit der schönen Seite nach innen zugenäht, dann wird der Ball auf ein Stock gestülpt und der ganze Fussball wird umgedreht und auch das letzte Pannel wird eingeklebt. Auf das Panel wird Leim gestrichen, der ein bisschen antrocknen muss. Auf den Leim wird dann die sogenannte Blase geklebt. Das ist die Gummischicht im Fußball, in die später die Luft hineingepumpt wird. Damit die Löcher auch ganz genau übereinander stehen. Nachdem die letzte Naht angenäht wurde fliegen die Bäller wieder zurück zu uns, werden hier aufgepummt und verkauft.

Die Bälle müssen also zuerst von der Schweiz / Deutschland etc. nach Marokko fliegen, damit sie dort von billigeren Arbeitskräften zusammengenäht werden. Hinter der Herstellung eines Fussballes steckt viel Arbeit, Schweiss und Müh, da er aus so vielen verschiedenen Teilen zusammengenäht wird. Wenn man bedenkt, dass er später einmal von allen grob weggekickt und nicht gerne in der eigenen Spielfeldhälfte gesehen wird, ein riiiesengrosser Aufwand ;)!

3 Kommentare:

CuReD hat gesagt…

Ich habe mir schon immer gedacht, dass es einen grossen Arbeitsaufwand braucht um einen Fussball herzustellen, aber so genau habe ich mir das noch nie überlegt. Dein Bericht ist sehr detailliert und klärend. Ich habe sogar einmal gehört, dass die Bälle sogar von Kindern zusammengenäht werden! Ich hoffe allerdings, dass das nicht mehr stimmt.
Wenn ich denke, dass viele dieser Bälle an der kommenden EM gebraucht/verbraucht werden, werde ich nachdenklich. Denn die EM ist voller Glanz und Glamour...und das mit Bällen, welche von schlecht bezahlten Arbeiter zusammengenäht werden müssen. Passt ganz und gar nicht zusammen.

mojana hat gesagt…

wenn man den Gedanken noch weiterführen würde, könnte man sich noch zusätzlich fragen: "woher kommt das Leder, aus dem diese Fussbälle sind? Welches Tier steckt dahinter?" Ich weiss nicht, welche Rolle dies für euch spielt, aber könnte man die Fussbäll nicht auch aus einem anderen Material herstellen? Oder gar maschinell? Dann würden diese schlecht bezahlten "Arbeitsplätze" verschwinden..Jedoch hätten die Arbeiter dann wahrscheinlich überhaupt keine Einnahmen mehr..Schwierige Fragen und noch schwierigere Antworten..

Anonym hat gesagt…

Beim Durchlesen Deines Artikels ist mehr aufgefallen, dass ich mir selbst noch nie Gedanken darüber gemacht habe, wie und wo ein Fussball hergestellt wird. Ich finde es sehr spannend, dass Du für die Hintergründe eines Gegenstandes recherchiert hat. Mir ist es so ergangen, dass ich mich hauptsächlich auf Nahrungsmittel konzentriert habe. Mich würde nun interessieren, wo das Leder für den Fussball herstammt und ob es keine alternativen Herstellungsmethoden gäbe.
Auch ich habe glaublich in diesem Zusammenhang schon vernommen, dass speziell Kinder Fussbälle zusammennähen...