Freitag, 28. März 2008
Martina in der grossen, weiten Natur
Mittwoch, 26. März 2008
von Wetterphänomenen und nassen Füssen
Kurzerhand spazierte ich Richtung Berg los. Anfangs gefielen mir Wind und Flockentanz überhaupt nicht. Aber das ist anscheinend Gewöhnungssache. Bald fühlte ich mich wohler und konnte auch die Aussicht geniessen. Doch was war das? Sargans – kein Schnee. Wangs – kein Schnee. Heiligkreuz – auch kein Schnee. Triesen, Balzers und sogar ein Teil von Mels – gänzlich ohne Schnee. Und ich stehe hier mitten in Schneegestöber! Schade, dass ich keine Fotokamera dabei hatte. Tatsächlich schneite es am Karfreitag nur an unserem Berghang. Der Schnee bildete einen weissen Halbkreis um den „Bergfuss“. Solch ein Phänomen habe ich in allen 20 Jahren, in denen ich in dieser Gegen herumstolpere, noch nie gesehen. Hier zeigt sich, dass die Natur immer für Überraschungen gut ist, nie haben wir alles entdeckt oder alles gesehen. Die Natur ist unberechenbar. Manchmal scheint mir sogar, dass sie mit uns Menschen ihre Spässe treibt. Das dachte ich zum Beispiel, als heute Morgen Schnee lag, ausgrechnet wenn ich mich in die Natur setzen wollte... oder als ich sah, dass es nur in unserer Gegend schneite, ausgerechnet da, wo ich spazierte. Und ich mag keinen Schnee.
Wir sind zwar ein Teil der Natur, wollen es aber allem Anschein nach nicht wahrhaben. Wir werden die Natur nie im Griff haben (ich verstehe auch nicht, warum wir das wollen), sondern viel mehr sie uns. Leider aber schaden wir der Natur immer mehr, vielleicht gerade, weil sie so unberechenbar ist? Jedenfalls stelle ich immer wieder von Neuem fest, dass ich mich in der Natur sehr wohl fühle. Leider gab es auch auf diesem Spaziergang störende „Menschengeräusche“, z.B. das Rauschen der Autobahn, den Krach von vorbeifahrenden Offroader (welche garantieren, dass man auf der schmalen Strasse bestimmt nicht mehr kreuzen kann und dass Fussgänger eine Matschdusche abbekommen), das Knattern einer Motorsäge usw.
(Übrigens: Weder Schuhe noch Jacke waren dicht. Die Schuhe habe ich schnurstracks weggeworfen. Schliesslich möchte ich das Abkühlen der Füsse im Wasser nach kneippscher Theorie ausschliesslich bewusst und im Sommer erleben!)
Dienstag, 25. März 2008
Schnee im Frühling
Um den Auftrag für diese Woche gewissenhaft erledigen zu können, musste ich wohl oder übel raus aus der warmen Stube. Ich packte mich ein in einen dicken Pullover, Strumpfhosen, eine Wollmütze, einen Schal und gefütterte Winterschuhe. Als Unterstüztung nahm ich noch meine Schwester und meine Mutter mit. Es war wirklich grausam kalt, doch immerhin schneite es, anstatt zu regnen, wie dies in den letzten Tagen der Fall war.
Obwohl wir normalerweise bei Spaziergängen über alles möglich sprechen, bat ich sie, für eine Weile still zu sein. Es war ein wuderschönes Gefühl. Von der sonst eher lärmenden Autobahn war nichts mehr zu hören. Die ganze Gegend war unglaublich leise. Nur das Knirrschen unserer Schuhe im Schnee war zu hören, sowie das leise Atmen meiner zwei Begleiterinnen. Die Berge und die Bäume im Wald waren bedeckt mit einer weissen Schicht. Es kam mir vor, als wäre über alles eine Schicht Puderzucker gestreut. Es bot sich mir ein Bild wie aus einem Bilderbuch. Ich fühlte mich wohl, glücklich und zufrieden und die zu Beginn des Spazierganges unangenehm empfundene Kälte war plötzlich wie weggeblasen. Ich spürte lediglich meine Hände, die zu einer warem Tasse Tee sicherlich nicht nein gesagt hätten und meine kalten Backen, die sich richtig frisch anfühlten.
Nach ungefähr einer Stunde kehrten wir nach Hause zurück. Im Haus war es unheimlich warm, fast zu heiss. Das war mir zuvor nicht aufgefallen. Meine Mutter machte uns einen heissen Punsch, mit dem wir uns wieder aufwärmten. Es war ein schöner Spaziergang gewesen. Aber trotzdem traure ich dem vor einigen Wochen schnell aufgetauchte Frühlingsanfang nach. Ich hoffe, er kommt bald zurück!!!
Freitag, 14. März 2008
Agenda 21
Ich fand den Artikel „Agenda 21“ sehr lang, jedoch spannend zu lesen. Ich konnte einige interessante Ideen gewinnen, die mit Primarschülerinnen und Primarschülern gut umzusetzen wären. Allerdings gab es auch einige Vorschläge, an deren Umsetzung ich eher zweifle. Welche Angebote und Empfehlungen mir gefallen und welche nicht, möchte ich jedoch später im Text aufzeigen. Zuerst möchte ich einige grundsätzliche Gedanken über die Agenda 21 loswerden.
Die Kinder verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit in der Schule. Daher ist es eine zentrale Aufgabe der Schule, die Kinder für nachhaltiges Denken und Handeln zu sensibilisieren. Auch schon die Kleinsten können nachhaltiges Handeln lernen und begreifen, dass mit der Natur sorgfältig umgegangen werden muss. Je nach Stufe und Zeitpunkt müssen die Themen jedoch angepasst werden.
Folgende Punkte sind meiner Meinung nach im Unterricht gut umsetzbar:
- Fächerübergreifend unterrichten und das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten
- Projekte anbieten
- In reale Begegnungen investieren: z.B. eine Kerichtsverbrennungsanlage oder Abwasserreinigungsanlage besichtigen
- Das eigene Schulhaus oder das Zuhause auf seine Nachhaltigkeit überprüfen
Folgende Idee ist meiner Meinung nach eher weniger geeignet für die Primarstufe
- Auslandaufenthalt: Mit Schülerinnen und Schülern ins Ausland zu reisen finde ich eher eine Projektidee für die Oberstufe. Zudem ist eine Frage der Kosten.
Der Artikel hat aufgezeigt, dass man das nachhaltige Handeln der Kinder mit unterschiedlichen Methoden im Unterricht fördern kann. Manche Methoden sind anspruchsvoll und erfordern einen grossen Zeitaufwand oder weitere zusätzliche Ressourcen. Das alles sollte jedoch in Kauf genommen werden, da es nichts Schlimmeres gibt, als Agenda 21 Themen nur auf theoretischer Basis zu behandeln.
Unterrichtsumsetzungen mit Agenda 21
Auch ich werde in meinen Unterricht versuchen, etwas zu bewegen. Der Bericht der Agenda 21 hat mir folgende Impulse gegeben:
Ich finde es sehr wichtig, dass die Kinder nicht immer nur im Schulzimmer sitzen, um zu lernen. Für mich ist es bedeutend, dass wir als Klasse auch rausgehen und die Thematik an realen Beispielen in der Natur oder an einer Ausstellung genauer unter die Lupe nehmen. Durch Realerfahrungen lernen die Kinder mit Abstand am meisten. Sie können sich dann ans Erlebte zurückerinnern und werden dementsprechend reagieren. Mit Erfahrungen sind Emotionen verbunden, welche die Erinnerungen hochleben lassen.
Wichtig finde ich auch die Organisation von Projekttagen oder -wochen. Mit solchen Durchführungen werden sich die Kinder bewusst, dass auch sie anderen Menschen helfen können und sie unterstützen.
Eine andere Sache, welche ich mit meinen Kindern bestimmt ausprobieren werde, ist der Kontakt mit gleichaltrigen Kinder von einem anderen Land. Dieses Lang sollte natürlich andere Lebensbedingungen aufweisen, als die Schweiz. Afrika eignet sich mit Sicherheit sehr gut dazu. Ich möchte mit diesen Kontakten den Kindern aufzeigen, dass es nicht alle Kinder so feudal haben, wie wir in der Schweiz. Durch gegenseitiges Erzählen lernen sie einander besser kennen und verstehen ihre verschiedenen Leben besser.
Themenkisten finde ich auch eine gute Idee. So können diese unter Lehrpersonen ausgetauscht und eventuell ergänzt werden. Ich denke aber, dass die Lehrpersonen auch heute schon vieles untereinander austauschen und deshalb steht dieser Vorschlag für mich nicht im Vordergrund.
Dienstag, 11. März 2008
Agenda 21 im Unterricht
Jedes schulische Fach hat im traditionellen Fachunterricht seinen thematischen Anker in den Agenda Thema. Ich finde die Idee des Zusammenstellens von Themenkisten sehr gut. So kann man fächerübergreifend und handlungsorientiert arbeiten und die Kiste kann auch an andere Lehrer weitergegeben, von welchen ich dann wiederum ihre Kiste erhalte. Das Thema kann aus unterschiedlichen Fachperspektiven beleuchtet und bearbeitet werden. Das gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die fachspezifische Methodik genauso kennen zu lernen wie die wirkliche Komplexität nahezu jeden Agenda – Themas.
Auch die Zusammenarbeit zwischen der Schule und ausserschulischen Partner finde ich sehr gut. Die Idee, dass man auch mit den Schülern einer Organisation wie Greenpeace oder Amnesty International beitreten kann ist mir noch gar nicht gekommen. Je mehr Mitglieder in einer solchen Organisation sind, umso mehr kann diese Organisation erreichen, auch wenn die Kinder vorerst vielleicht nur einen kleineren Beitrag dazu leisten können, können sie spätestens wenn sie älter sind noch mehr engagieren. Durch die Mitarbeit in den Organisationen wird den Kindern die Problematik bewusst gemacht und sie können sich wirklich dafür engagieren, was auch ihre Motivation positiv beeinflusst. Die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen. Individuelle Wünsche und Interessen können mit der Pflicht sinnvoll vereinbart werden. Es ist der rechte Gebrauch der Kenntnisse, der den Gang der Geschichte bestimmt.
Diese Beiden Ideen finde ich sehr sinnvoll und ich denke, dass ich bei der Arbeit als Lehrperson besonders die Zusammenarbeit mit einem ausserschulischen Partner in betracht ziehen und damit arbeiten werde.
Umsetzung in der Schule
Die Vorstellung, eine Projektwoche zu einem oder mehreren Themen Agenda 21, gefällt mir besonders gut. Die Agenda 21 soll im ganzen Schulhaus zu reden geben. Eine Projektwoche ist deshalb besonders geeignet, weil verschiedene Altersgruppen, verschiedene Kulturen und auch sonst ganz unterschiedliche Menschen daran beteiligt sind. Somit wird das Gemeinschaftsgefühl gefördert, denn nur zusammen kann man etwas erreichen („in gemeinsamer Hoffnung“).
Es ist auch wichtig, dass den Kindern vor allem die vier Punkte der Selbstverpflichtung beizubringen: 1. Ehrfrucht haben vor der Erde und allem Leben 2. Für die Gemeinschaft alles Lebendigen in seiner ganzen Vielfalt Sorge tragen 3. Danach streben, freie, gerechte, partizipatorische, nachhaltige und friedliche Gesellschaftsformen aufzubauen 4. Die Fülle und die Schönheit der Erde für die gegenwärtige und für die zukünftige Generation sichern.
Wenn alle Menschen diese vier Punkte ernst nehmen würden, sehe unsere Erde ganz anders aus. Diese Inhalte kann man aber nicht vermitteln, ohne dass man selber Vorbild ist. Ich finde es grundsätzlich etwas vom Wichtigsten, dass die Lehrperson in solchen Themen (und auch sonst) ein Vorbild ist. Auch alle anderen Lehrpersonen, die Schulleitung und alle Leute, welche mit dem Schulhaus zu tun haben sollen Vorbilder sein. Dazu gehört, wie marmel schon erwähnt hat, auch die ökologisch sinnvolle Art, das Schulhaus zu unterhalten (z.B. Sonnenkollektoren auf dem Dach)
Freitag, 7. März 2008
Neues Bewusstsein
Heute habe ich alle Posts und Kommentare aus 4 Blogs gelesen:
Erstaunlich, was da an Erfahrungen, an selbstverständlich geleisteten Beiträgen zu einer nachhaltigen Entwicklung, an Entdeckungen aus den Massenmedien, an Gedanken über die Vernetzungen zusammengekommen ist! Ihr Blog enthält viele bemerkenswerte Beiträge.
Einige Entdeckungen meinerseits:
Mir scheint, dass diese 3 Wochen bei Ihnen bereits wichtige Bewusstseinsprozesse ausgelöst haben. (Ist dies richtig?)
Es ist ja nicht so, dass niemand etwas tut und alle im besten Fall nur davon reden, wie in Kommentaren anfänglich zu lesen war. Allerdings ist auch klar, dass wir in vielen Bereichen uns vieler Fakten und Zusammenhänge gar nicht bewusst sind oder dass wir einfach gedankenlos handeln oder in unsern Gewohnheiten gefangen sind.
Deshalb ist wohl das Erkennen all der Zusammenhänge so wichtig – und danach ein neues Bewusstsein und Handeln.
Die Gedanken im Aritikel „Wissen 2+; Fleiss: 6. Weshalb es uns gelingt, den Klimawandel zu verdrängen“ (bei den Materialien nach dem Film von Al Gore) sind äussert hilfreich, um zu verstehen, was bei und in uns Menschen da abläuft.
- Die Thematik ist im Alltag oft nicht mit Händen greifbar (CO2-Ausstoss ist nicht sichtbar; die Transportkosten rund um die Welt nicht angeschrieben usw.) und
- die Zusammenhänge sind komplex und die Folgen zeigen sich erst langfristig (Auftauen des Permafrostes, Abschmelzen des Polkappeneises, Reise eines T-Shirts, Globalisierung, ...),
- die Möglichkeiten zu Handeln sind nicht immer „auf der Hand“ liegend (obwohl eigentlich schon sehr vieles längst klar ist!).
- diese weltweite Aufgabe ist nur gemeinsam zu lösen, obwohl jeder einzelne Beitrag zählt und wichtig ist
Deshalb
- verdrängen wir alle wohl so rasch,
- blenden wir die „unbequeme Wirklichkeit / Wahrheit“ aus, wollen sie nicht wahr haben,
- verweisen wir darauf, was andere tun sollten (und die sollten ja auch „tun“, ihren Beitrag leisten und vieles liegt auch nicht (nur) in unseren Möglichkeiten)
- verweisen wir auf die höheren Kosten (auch wenn diese relativ gering sind im Vergleich zu den Kosten, die bei Untätigkeit in der Zukunft anfallen werden) und
- auf unsere Gewohnheiten und unsere Bequemlichkeit,
- ...
Dennoch stimmen mich die vielen positiven Gedanken und Ansätze, die ich in Ihren Texten gelesen habe, positiv. Sie, wir sind auf dem Weg zu einem neuen Bewusstsein. Dies wird auch unser Handeln verändern. Machen wir unsere nächsten Schritte, es lohnt sich – in vielerlei Hinsicht.
A. Müller
Das Thema Vernetzungen im Alltag ist so gross, da könnte man Bücher darüber schreiben. Alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Ich entschied mich deshalb, meinen Post der Milch zu widmen. Grund dafür ist die Tatsache, dass ich diesem Nahrungsmittel täglich begegne. Jeden Morgen starte ich meinen Tag mit einem leckeren Milchkaffee und einer Schale Cornflakes, die nur halb so gut wären, ohne Milch. Noch nie habe ich so richtig gefragt, wie die Milch überhaupt in die Tasse kommt und wie viele Leute einen Job haben, um mir ein anständiges Frühstück zu servieren.
Nun der Anfang meiner kleinen Geschichte bringt mich in den Stall des Bauern Rudolf und seiner Lieblingskuh Rosi. Jeden Morgen um 5 Uhr steht Rudolf auf, um seine liebste Rosi zu melken. Damit Rosi überhaupt Milch gibt, braucht sie gesunde Nahrung. Diese besteht zum grössten Teil aus Gras oder Heu, aber auch aus gesundem Tierfutter von der Mühle. Auch in diesem Betrieb arbeiten wieder viele Menschen, auf die ich jedoch nicht genauer eingehen werde.
Natürlich erledigt der Bauer die Melkarbeit nicht mehr von Hand, sondern hat eine Melkmaschine, die auch von jemandem produziert werden muss. Die gewonnene Milch leert Bauer Rudolf in einen Tank und wartet, bis der Bote der naheliegenden Molkerei mit seinem Tankwagen vorbeikommt, um die Milch abzuholen. Somit sind auch Autofirmen in die Milchproduktion verwickelt. In der Molkerei wird die Milch gereinigt, mit Wärme behandelt, homogenisiert, abgefüllt oder weiter verarbeitet in andere leckere Produkte. Jetzt wird es Zeit, die Milch zu verpacken. Um in diese Fabrik zu gelangen, muss die Milch wieder auf einen Lastwagen geladen und dorthin transportiert werden. Auch für diesen Schritt braucht es wieder einige helfende Hände. Jetzt kommen die Ladenmitarbeiter zum Zug, die die Milchflaschen bestellen und die Milchpackungen/Milchflaschen in die Regale einräumen. Ja und ganz zum Schluss kassieren die Mitarbeiter das Geld für die Milch ein, damit ich sie mit nach Hause nehmen kann und meinen Milchkaffee geniessen kann
Das Thema Vernetzungen im Alltag ist so gross, da könnte man Bücher darüber schreiben. Alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Ich entschied mich deshalb, meinen Post der Milch zu widmen. Grund dafür ist die Tatsache, dass ich diesem Nahrungsmittel täglich begegne. Jeden Morgen starte ich meinen Tag mit einem leckeren Milchkaffee und einer Schale Cornflakes, die nur halb so gut wären, ohne Milch. Noch nie habe ich so richtig gefragt, wie die Milch überhaupt in die Tasse kommt und wie viele Leute einen Job haben, um mir ein anständiges Frühstück zu servieren.
Nun der Anfang meiner kleinen Geschichte bringt mich in den Stall des Bauern Rudolf und seiner Lieblingskuh Rosi. Jeden Morgen um 5 Uhr steht Rudolf auf, um seine liebste Rosi zu melken. Damit Rosi überhaupt Milch gibt, braucht sie gesunde Nahrung. Diese besteht zum grössten Teil aus Gras oder Heu, aber auch aus gesundem Tierfutter von der Mühle. Auch in diesem Betrieb arbeiten wieder viele Menschen, auf die ich jedoch nicht genauer eingehen werde.
Natürlich erledigt der Bauer die Melkarbeit nicht mehr von Hand, sondern hat eine Melkmaschine, die auch von jemandem produziert werden muss. Die gewonnene Milch leert Bauer Rudolf in einen Tank und wartet, bis der Bote der naheliegenden Molkerei mit seinem Tankwagen vorbeikommt, um die Milch abzuholen. Somit sind auch Autofirmen in die Milchproduktion verwickelt. In der Molkerei wird die Milch gereinigt, mit Wärme behandelt, homogenisiert, abgefüllt oder weiter verarbeitet in andere leckere Produkte. Jetzt wird es Zeit, die Milch zu verpacken. Um in diese Fabrik zu gelangen, muss die Milch wieder auf einen Lastwagen geladen und dorthin transportiert werden. Auch für diesen Schritt braucht es wieder einige helfende Hände. Jetzt kommen die Ladenmitarbeiter zum Zug, die die Milchflaschen bestellen und die Milchpackungen/Milchflaschen in die Regale einräumen. Ja und ganz zum Schluss kassieren die Mitarbeiter das Geld für die Milch ein, damit ich sie mit nach Hause nehmen kann und meinen Milchkaffee geniessen kann
Mittwoch, 5. März 2008
Vernetzungen entdecken
Zuerst wird auf eine Lage Schaumstoff eine Lage längsgestreiftes Gewebe gelegt, und beides wird mit Latexkleber zusammengeklebt. Darüber kommt noch eine Lage längsgestreiftes Gewebe. Dieses Gewebe sieht aus wie Stoff, und auch diese Lage wird aufgeklebt. Danach kommt noch eine weitere Lage Gewebe, diesmal quergestreiftes. Jetzt kleben schon vier Schichten übereinander, die zum Trocknen weggelegt werden. Eine weiße Kunststofffolie wird eingeleimt - natürlich wieder mit Latexkleber. Auch die Folie wird zum Trocknen weggelegt, und zwar in einen Trockenraum. Dort bleiben alle Folien über Nacht. Am nächsten Morgen werden die Kunststofffolie und die vier anderen Schichten zusammengelegt. Sie werden ganz glatt gestrichen, und dann kommt das Ganze in eine Presse. Diese Presse ist warm, dadurch klebt alles noch besser aufeinander. Und durch den Druck der Presse sind die Schichten schließlich untrennbar miteinander verbunden. Jetzt müssen die Kanten sorgfältig abgeschnitten werden. Das ist wichtig für den danach folgenden Arbeitsschritt:Die Folie wird nämlich bedruckt. Dazu müssen die gerade abgeschnittenen Kanten ganz genau angepasst werden. Dann wird die Folie durch eine Maschine gezogen und bedruckt. Nun wird der Arbeitsplatz gewechselt, die Folien kommen zu einer hydraulischen Stanze. Diese Stanze stanzt dann lauter verschiedene Sechsecke aus. Diese Sechsecke nennt man Panels. Manche Panels bekommen in dieser ein Loch. Dadurch wird der Fußball später aufgepumpt. Natürlich braucht jeder Fussball nur ein Panel mit Loch, der Rest des Fussballes besteht aus 19 sechseckigen Panels, 12 fünfeckigen Panels und einem sechseckigen Panel mit Loch. Und dann geht es auf eine weite Reise: nach Had-el-Gharbia. Das liegt in Marokko in Nordafrika. Dort werden die verschiedenen Teile von armen Arbeitern mit einem Garn zusammengenäht. Der Arbeiter benötigt für einen Fussball etwa 1000 Stiche!! Die Panels werden mit der schönen Seite nach innen zugenäht, dann wird der Ball auf ein Stock gestülpt und der ganze Fussball wird umgedreht und auch das letzte Pannel wird eingeklebt. Auf das Panel wird Leim gestrichen, der ein bisschen antrocknen muss. Auf den Leim wird dann die sogenannte Blase geklebt. Das ist die Gummischicht im Fußball, in die später die Luft hineingepumpt wird. Damit die Löcher auch ganz genau übereinander stehen. Nachdem die letzte Naht angenäht wurde fliegen die Bäller wieder zurück zu uns, werden hier aufgepummt und verkauft.
Die Bälle müssen also zuerst von der Schweiz / Deutschland etc. nach Marokko fliegen, damit sie dort von billigeren Arbeitskräften zusammengenäht werden. Hinter der Herstellung eines Fussballes steckt viel Arbeit, Schweiss und Müh, da er aus so vielen verschiedenen Teilen zusammengenäht wird. Wenn man bedenkt, dass er später einmal von allen grob weggekickt und nicht gerne in der eigenen Spielfeldhälfte gesehen wird, ein riiiesengrosser Aufwand ;)!
Vernetzungen meines Tees
Als erstes: Woher kommt der aromatische Lipton-Schwarztee in meinem Teebeutel? Die Geschichte meines Tees beginnt in China. Seit 1890 stellt Lipton Qualitätstee her, welcher hauptsächlich in Asien angebaut wird. Dort hat es viele Leute, welche für meinen Tee gearbeitet haben. Nämlich die, welche den Tee angepflanzt haben, die, welche die Pflanzen tränken, die, welche den Tee sorgfältig pflücken, die, welche den Tee zur Verladung transportieren, die, welche den Tee verpacken und verladen und schliesslich all jene, welche mit dem Transport des Tees in die Schweiz zu tun haben. Dann kommt mein Mami wieder ins Spiel, denn sie geht den Tee einkaufen. Mein Vater hat das Wasser (mit dem Wasserkocher! Strom von Solarmodulen aus Österreich mit Gleichrichter aus Japan) gesiedet. Zuletzt wäre da auch noch Mr. William Sullivan, ein Teehändler aus New York. Der hat nämlich 1908 den Teebeutel erfunden. Nicht schlecht.. (http://www.lipton.ch/)
Weitere Gedanken könnte ich mir zu meinem Biorohrzucker machen, welcher meinen Tee versüsst. Dieser kommt nämlich aus einem grossen Gras, welches hauptsächlich in Brasilien, Kuba, Südafrika, USA und Australien angebaut wird. Da braucht es Leute, welche ihn ernten, ihn transportieren, pressen (wo auch immer), verpacken, verladen und nach Europa transportieren. Armes Mami muss immer viel Zucker schleppen.
Auch die Milch ist schwer nach Hause zu tragen. Diese gehört nämlich fest in meinen Tee. Und bei dieser überlege ich jetzt schon gar nicht mehr, wie die von der Kuh in meine Tasse kommt. Das würde den Rahmen sprengen.
Dienstag, 4. März 2008
Meine Vernetzungen
Ich möchte mir einige Gedanken zum Brot machen.
Heute morgen habe ich ein Stück Säntisbrot gegessen. Dieses hat meine Mutter in der Migros gekaut. Was braucht es aber alles, bis das Brot über den Ladentisch geht? Zuerst säen Bauern die verschiedenen Körner auf ihren Feldern. Nach intensiver Pflege, schneidet der Bauer mit seinen Gehilfen das Korn ab und bringt es in die Mühle. Dort durchläuft das Korn verschiedenste Prozesse, bis es als Mehl aus der Maschine kommt. Der Müller mit seinen Mitarbeitern ist dafür verantwortlich. Ein weiterer Mitarbeiter muss das Mehl in Säcke abfüllen und diese dann ins Lager stellen oder direkt in einen Lastwagen füllen Ein Lastwagenchauffeur transportiert die schweren Säcke von der Mühle direkt zum Bäcker. Der Bäcker muss zuerst natürlich noch die Anzahl Säcke bei der Sekretärin der Mühle X bestellen. Sind die Mehlsäcke dann endlich bei der Bäckerei angekommen, müssen sie wiederum abgeladen werden. Ist der Mehlsack in der Backstube gelandet, nimmt der Bäcker oder ein Lehrling das Mehl in die Hand und gibt es in eine Schüssel. Danach werden noch Wasser, Salz und Hefe beigefügt und die Maschine knetet das Ganze. Danach wird die Teigmasse zu einer Form geknetet und in den Ofen geschoben. Nach einiger Zeit wird das Brot aus dem Ofen genommen und die Bäckereiangestellte füllt die Brote in die verschiedenen Verkaufsgestelle. Als meine Mutter das Brot gekauft hat, wurde sie von einer Frau bedient. Meine Mutter hat das Brot nach Hause gebracht und so ist es in meine Hände gekommen.
Während dem Schreiben ist mir bewusst geworden, dass unsere Nahrungsmittel durch sehr viele Hände gegeben werden, bevor wir sie genüsslich verzehren. In der heutigen Gesellschaft überlegen wir uns überhaupt nicht mehr, wover sie kommen und was sie schon alles "erlebt" haben. Die Arbeit dahinter wird völlig vergessen und überhaupt nicht mehr geschätz.